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Konzept des Crowdfundings

Was bedeutet der Begriff Crowdfunding und was steht dahinter

Was bedeutet der Begriff Crowdfunding und was steht dahinter

Wir von Bizzify.io beschäftigen uns mal wieder mit der Thematik zu Crowdfunding. Was bedeutet Crowdfunding, wer sind die Akteure des Crowedfuding und welche Gruppen von Crowdfunding gibt es eigentlich haben wir für euch unter die Lupe genommen.

Was ist Crowdfunding?

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Hemer, Schneider, Dornbusch und Frey definieren den Begriff „Crowdfunding“ folgendermaßen:

„Crowdfunding (CF) ist eine Finanzierungsform, die im Wesentlichen mögliche Geldgeber über einen öffentlichen Aufruf im Internet mobilisiert und zum Ziel hat, finanzielle Ressourcen für ein Vorhaben entweder ohne oder mit Gegenleistung zu erhalten und damit einen bestimmten Zweck zu erreichen.“ (Crowdfunding und andere Formen informeller Mikrofinanzierung in der Projekt- und Innovationsfinanzierung; Dornbusch, Frey, Hemer, Schneider 2011, S. 1)

Akteure des Crowdfunding

Hinsichtlich der Akteure stehen vor allem die Kapital-Suchenden, die Kapitalgeber und die Intermediäre (Vermittler) im Mittelpunkt des Crowdfunding-Prozesses. Die Kapital-Suchenden sind die Empfänger des einzusammelnden Kapitals, sie können sowohl als Einzelperson, als auch als Gruppe (Start-Up-Unternehmen, Künstlerprojekte, gemeinnützige Organisationen,…) auftreten. Die Kapitalgeber sind die Unterstützer der Projekte. Sie können ebenfalls sowohl als einzelne Personen, als auch als Organisationseinheiten (Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Fonds, politischer Akteure, Verbände, Kammern,…) als Investoren auftreten.  Als Intermediär, als Vermittler zwischen der Kapital-Suchenden und der Kapital-Gebenden Partei, tritt die Crowdfunding-Plattform in Erscheinung. Darüber hinaus können noch weitere Stakeholder ein eigenes Interesse an der Entwicklung des zu finanzierenden Projekts haben (z.B. NGOs, Gewerkschaften, Parteien, Kirchen, Politik, Wirtschaftsförderer usw.).

Finanzierungsmix nach Entwicklungsphasen

Unternehmen nehmen unterschiedliche Finanzierungsquellen in Anspruch. Sie setzen einerseits auf formelles und andererseits auf informelles Kapital. Als formelle Kapitalgeber fungieren institutionelle Geldgeber (Staat als Förderer, Banken, Investmentgesellschaften, VC-Fonds, Unternehmen, die in andere investieren u.ä.). Das formelle Geben von Kapital zeichnet sich durch stark standardisierte und durch Gesetze regulierte Prozeduren und Formate aus. Als informelle Kapitalgeber sind hingegen eher Individuen (Fans, Freunde, Familienmitglieder, Business Angels, Mäzene u.ä.) zu sehen. Informelle Finanzierung beruht weitaus weniger auf geregelten Strukturen und Prozessen und eigne sich laut Hemer, Schneider, Dornbusch und Frey vor allem für kleinvolumige, flexible und schnelle Finanzierungslösungen in der Frühphase von Unternehmen. Hemer, Schneider, Dornbusch und Frey begründen dies damit, dass die informellen Geldgeber größere Risiken eingehen würden:

„Die institutionellen Geldgeber versuchen so weit wie möglich, Risiken zu minimieren und ihre Renditen zu maximieren. Dies gelingt in späteren Unternehmensphasen besser, da dann die Risiken geringer, überschaubar und Kalkulierbar und die Skalengewinne höher sind. Anders in der Frühphase: Das Innovationsprojekt birgt noch technische und marktliche Risiken, das Managementteam ist noch unerfahren und die Gesamtfinanzierung noch lückenhaft, sodass auf die (wenigen) Geldgeber relativ großes Pro-Kopf-Risiken entfallen.“

Die Early-Stage-Finanzierungslücke (Early-Stage-Gap)

Für Start-ups ist die Gründungs- und Vorgründungsphase die kritischste. Sie wird auf dem Kapitalmarkt auch als Early-Stage-Phase bezeichnet. … Sie ist einerseits wegen der erwähnten technischen, marktlichen und qualifikatorischen Risiken kritisch, andererseits – und damit kausal zusammenhängend – wegen der notorischen Schwierigkeiten, eine ausreichende Finanzierung in einem geeigneten Finanzierungsmix zu Stande zu bringen. Seit Anfang dieses Jahrtausends ziehen sich immer mehr formelle Kapitalgeber aus dieser Phase zurück, sogar die Banken, die in früheren Jahren mit Krediten die Hauptfinanzierungsquelle für Unternehmensgründungen dargestellt hatten. Es verbleiben nicht nur in Mitteleuropa oft nur die informellen Geldgeber (vor allem Familie und Freunde) und – gewissermaßen als „letzter Hafen“ – die staatliche Förderung. Dieses Fehlen von Frühphasenfinanzierern wird weltweit als „Early-Stage-Gap“ (Frühphasen-Finanzierungslücke) bezeichnet.

Gruppen von Crowdfunding

Grunbdsätzlich konnten wir 5 Hauptgruppen von Crowdfunding indentifizieren. Die Gruppen unterscheiden sich durch die Form der Gegenleistung an die Kapitalgeber.

  1. Bei der ersten Gruppe – der reinen Spende beziehungsweise der Zuwendung ohne Gegenleistungspflicht – hat der Kapitalgeber kein Anrecht auf eine Gegenleistung, erhält aber eventuell ein kleines Dankeschön oder gegebenenfalls eine – mitunter nur mit ideellem Wert behaftete – Prämie als Anerkennung. Solche Prämien können Danksagungen auf einer Homepage oder namentliche Erwähnungen im Abspann eines Filmes sein.
  2. Das Konzept des Sponsorings. Beim Sponsoring derhält der Kapitalgeber eine fest vereinbarte Gegenleistung. Beim Sponsoring handelt es sich allgemein um die vertraglich vereinbarte Förderung einer Einzelperson, einer Gruppe von Menschen, Organisationen oder Veranstaltungen in Form von Geld-, Sach- und Dienstleistungen mit der Erwartung einer (meist nicht monetären) Gegenleistung, die dem Sponsor nutzt (z.B. eine materielle Prämie oder eine Dienstleistung, etwa eine solche, die werblichen Effekt hat und seine Kommunikations- und Marketingziele unterstützt).
  3. Pre-Selling: Beim „Pre-Selling“ leistet der Kapitalgeber eine Vorauszahlung und erwirbt somit den Anspruch auf eine prioritäre (Teil-)Lieferung des zu entwickelnden Guts (Produkt oder Dienstleistung), sofern und sobald es fertig ist. Formal handelt es sich hierbei um einen Kaufakt, bei dem die Lieferung des vereinbarten Guts beziehungsweise der vereinbarten Leistung später erfolgt. Crowdfundings Kredite in diversen Ausprägungen. Diese sind immer mit einer Rückzahlung des zur Verfügung stehenden Kapitals sowie gegebenenfalls zusätzlichen Gegenleistungen (Zinsen, Gewinnanteile,…) verbunden.
  4. Darüber hinaus können Kapitalgeber aber auch Gewinnanteile erwerben. Hierbei erhält der Investor einen Teil des erwirtschafteten Gewinns als Gegenleistung.
  5. Zuletzt noch Revenue Sharing. Beim Revenue Sharing der Kapitalgeber je nach Höhe seiner Einlage für einen fest vorgeschriebenen Zeitraum einen Anteil am erwirtschafteten Gewinn. Der Kapitalgeber sei aber kein echter Anteilseigner des Unternehmens bzw. des Projekts, hat also keinerlei Mitspracherecht, ist aber auch kein Mitarbeiter des Unternehmens.

 

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